Aktionärsbrief Dezember 2007
4. Dezember 2007
FALKENSTEIN Nebenwerte AG: Aktionärsbrief Dezember 2007
Verehrte Aktionäre, es ist davon auszugehen, dass 2007 zum fünften Mal in Folge ein positives Börsenjahr zu Ende geht. Der DAX notiert Anfang Dezember mit gut 7.800 Punkten mehr als 18% höher als am Jahresanfang. Damit entwickelte sich der deutsche Leitindex erheblich besser als im historischen Durchschnitt und auch deutlich besser als fast alle europäischen Nachbarmärkte. Die durchweg zweistelligen Kurszuwächse der Indexschwergewichte E.ON, RWE, Siemens, und Daimler (zusammen 30% Gewichtung) sorgten primär für dieses erfreuliche Ergebnis.
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der durchschnittliche Anleger sein Portfolio allein mit eben diesen Unternehmenswerten bestückt hat. Es ist zudem kein Geheimnis, dass auch viele Großbanken mit meist standardisierter Vermögensverwaltung kein überdurchschnittliches Ergebnis für ihre Kunden erzielt haben. Vielen wird es in diesem Börsenjahr daher so ergangen sein wie der Englischen Fußball- Nationalmannschaft in ihrem letzten EM-Qualifikationsspiel: Verhaltener Einsatz gepaart mit dem einen oder andern Schnitzer in der ersten (Jahres)Hälfte, dann beherzt den zwischenzeitlichen Rückstand aufgeholt, um am Ende doch mit leeren Händen (bzw. Taschen) dazustehen.
Denn im November 2007 erreichte die "Subprime-Krise" schließlich auch den deutschen Aktienmarkt. Die Schließung von Hedgefonds und die gravierenden Verluste bei den in der Mehrzahl amerikanischen Investmentbanken führten am Kapitalmarkt zu einer zunehmenden Abnahme der Risikobereitschaft privater und institutioneller Anleger. Diese zogen nun in kurzer Zeit erhebliche Beträge aus dem Kapitalmarkt ab (z.B. durch die Rückgabe von Fondsanteilen) und halten sich mit neuen Investments in vermeintlich risikoreiche Anlagen zurück. Die eingeschränkte Handelbarkeit von Wertpapieren wird nach der aktuellen Lesart offensichtlich mit erhöhtem Risiko gleichgesetzt. Unter anderem auch deshalb mussten die vergleichsweise illiquiden deutschen Subindizes (MDAX und SDAX erreichen zusammen nur etwa 15% der Marktkapitalisierung der 30 DAX-Werte) sowie zahlreiche weitere Nebenwerte in Europa in wenigen Handelstagen teilweise hohe zweistellige Kursverluste hinnehmen, ohne dass es international im Aktienmarkt ein echtes Crashszenario gegeben hätte. Small (Cap) ist also gegenwärtig nicht länger beautiful, sondern (zu) risikoreich.
Es ist zweifellos sinnvoll, diese Sichtweise einer dominierenden Zahl von Marktteilnehmern einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Allerdings können wir die (ohnehin komplexe) Thematik an dieser Stelle nicht vertiefend erörtern, sondern werden das Thema an anderer Stelle nochmals ausführlich behandeln. Soviel sei aber an dieser Stelle noch gesagt: Das geradezu aberwitzige Geschäftsgebaren vieler Banken im Kapitalmarkt erinnert uns an den Ausspruch von Robert W. Sarnoff: "Finance is the art of passing currency from hand to hand until it finally disappears." Am Ende des Tages – in jeden Fall aber zum Ende des Geschäftsjahres – interessiert allerdings vorrangig die Frage, wie wir uns im Lichte der allgemeinen Finanzmarktkrise geschlagen haben.
Unter allen Ergebnisvorbehalten, die bei vier (voraussichtlich hochvolatilen) noch ausstehenden Handelswochen im aktuellen Marktumfeld unabdingbar sind, sind wir mit der Geschäftsentwicklung bislang durchaus zufrieden. Diese Einschätzung leitet sich primär von den folgenden Fakten ab:
- Ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahreshöhe (7,355 Mio. Euro) scheint auch 2007 erreichbar.
- Unsere Verbindlichkeiten im Rahmen von Lombardfinanzierungen haben wir unterjährig deutlich reduziert. Neben einer aktuell damit verringerten Zinslast verfügt die Falkenstein Nebenwerte AG über einen finanziellen Spielraum für potentielle Neuengagements in Höhe von 15 bis 20 Mio. Euro.
- Erhaltene Abfindungszahlungen, die Gegenstand von Spruchverfahren sind, stiegen seit Jahresbeginn auf über 50 Mio. Euro (Vj. 15,3 Mio. Euro).
- Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2007 wird von erhaltenen Provisionszahlungen im Rahmen des Beratungsgeschäfts positiv beeinflusst. Die erhaltenen Provisionszahlungen werden im laufenden Jahr erstmals die Schwelle von 1,0 Mio. Euro nach 0,59 Mio. Euro im Vorjahr überschreiten.
- Die FALKENSTEIN Nebenwerte AG ist ausschließlich direkt an deutschen, Schweizer- und zu einem geringen Teil anderen europäischen Aktiengesellschaften beteiligt. Sie hält weder Anleihen noch Wertpapiere mit anleiheähnlichem oder derivativem Charakter.
Angesichts der vergleichsweise guten Geschäftslage gehen wir davon aus, wiederum eine Dividende zahlen zu können, die nicht unter der des Vorjahres (Vj. 2,00 Euro je Aktie) liegt.
Der Vorstand
FALKENSTEIN Nebenwerte AG
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20457 Hamburg
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